Sonntag, 31. Januar 2016

Hymnus aus dem Brevier - Hl. Agnes

21. Januar

Oh Jesus, aller Jungfraun Kron,
Du bist ja jener Mutter Sohn,
Der einzigen, die Jungfrau blieb,
Nimm gnädig diese Bitte auf.

Du wandelst in der Lilien Flor,
Umgeben von der Jungfraun Chor,
Als Bräutigam in Glanz und Ruhm
Gabst du den Bräuten ihren Lohn.

Wohin Du gehst, dort eilen Dir
Die Jungfrauen nach und singen Lob,
Sie folgen preisend Deiner Spur
Mit Hymnen süß und wonnevoll.

Dich rufen flehentlich wir an:
Behüte unsere Sinne stets,
Daß sie nicht mehr die Wunden sehen,
Die sündige Verderbnis schlägt.

Die Macht und Ehre, Lob und Preis
Sei Gott, dem Vater und dem Sohn,
Mit ihnen auch dem Heiligen Geist,
Zu aller Zeit und ewiglich!
Amen

(aus dem Deutschen Brevier übersetzt von Dr. Johann Schenk 1937)

Dienstag, 19. Januar 2016

Hl. Papst Fabian u. Sebastian, Martyrer

20. Januar
Fabian, aus Rom, regierte die Kirche von der Zeit des Maximin an bis zur Regierungszeit des Dezius. Er verteilte die Stadtbezirke unter sieben Diakone, die sich der Armen annehmen sollten. Ferner stellte er ebenso viele Subdiakone auf, welche die von sieben Schreibern aufgezeichneten Märtyrerakten sammeln sollten. Ebenso ordnete er an, daß jedes Jahr am Gründonnerstag der alte Chrisam verbrannt und neuer geweiht werden soll. Schließlich wurde er in der Verfolgung des Dezius am 20. Januar mit der Märtyrerkrone geschmückt und in der Grabstätte des Kallistus an der appischen Straße beigesetzt. 15 Jahre und 4 Monate lang hatte er den päpstlichen Thron inne gehabt. Fünfmal erteilte er im Dezember die heiligen Weihen, und zwar weihte er 22 Priester, 7 Diakone und 11 Bischöfe für verschiedene Orte. 
Sebastian stammte väterlicherseits aus Narbonne, mütterlicherseits aus Mailand. Wegen seiner vornehmen Abkunft und seiner Tüchtigkeit war er ein Liebling des Diokletian. Heimlich war er ein Christ und unterstützte als Führer der ersten Kohorte die Christen mit Rat und Tat. Wenn einer wegen allzu großer Marter den Mut verlieren wollte, ermunterte er ihn durch Zureden dermaßen, daß viele freiwillig sich für Jesus Christus den Henkern darboten. Zu diesen gehörten auch die Brüder Markus und Marzellianus, die zu Rom von Nikostratus in Verwahrung gehalten wurden. Dessen Frau Zoe erhielt auf die Fürbitte Sebastians die verlorene Sprache wieder. Als dies Diokletian vernahm, ließ er Sebastian rufen, erteilte ihm einen strengen Verweis und versuchte mit allen möglichen Mitteln, ihn vom Glauben an Christus abzubringen. Da er aber weder durch Versprechungen, noch durch Drohungen etwas erreichte, ließ er ihn an einen Pfahl binden und mit Pfeilen auf ihn schießen. Alle hielten ihn für tot und eine christliche Jungfrau namens Irene ließ ihn in der Nacht holen, um ihn zu bestatten. Da fand sie, daß er noch lebe, und sie pflegte ihn in ihrem Hause. In kurzer Zeit wurde er wieder gesund. Als er Diokletian begegnete, machte er ihm mit größter Freimütigkeit Vorwürfe wegen seiner Gottlosigkeit. Der Kaiser erschrak zunächst, als er ihn sah; denn er hatte ihn für tot gehalten. Dann aber geriet er über diesen unerhörten Vorfall und über die heftigen Vorwürfe Sebastians in Wut und ließ ihn so lange mit Ruten schlagen, bis er seinen Geist Gott zurückgab. Sein Leichnam wurde in eine Kloake geworfen. Lucina aber wurde von Sebastian im Schlafe belehrt, wo er liege und begraben sein wollte; daraufhin bestattete sie ihn bei den Katakomben; dort wurde zu Ehren des heiligen Sebastian eine berühmte Kirche erbaut.

(aus dem Deutschen Brevier übersetzt von Dr. Johann Schenk 1937)


Hll. Martyrer Marius, Martha, Audifax und Abachum

19. Januar
Marius, ein vornehmer Perser, kam zur Zeit des Kaisers Claudius mit seiner Gattin Martha, die ebenfalls von vornehmer Abkunft war, und seinen Söhnen Audifax und Abachum nach Rom, um die Begräbnisstätten der Blutzeugen zu verehren. Dort nahmen sie sich der Christen im Gefängnisse an, halfen ihnen mit Rat und Tat und bestatteten die Leichen der Heiligen. Deshalb wurden sie alle ergriffen und, da sie weder durch Drohungen, noch durch Schreckmittel sich bewegen ließen, den Göttern zu opfern, wurden sie zuerst mit Geißeln hart geschlagen, dann an Stricken in die Höhe gezogen, dann mit glühenden Platten gebrannt und mit eisernen Haken zerfleischt; zuletzt wurden ihnen die Hände abgehauen; mit Stricken um den Hals wurden sie dann mitten durch die Stadt geschleppt und an der Cornelischen Straße, 13 Kilometer von der Stadt, an der Stelle, die Nymphe heißt, niedergemacht; zuerst wurde Martha getötet; sie hatte ihren Mann und ihre Söhne eindringlich ermahnt, für den Glauben an Jesus Christus alle Martern zu ertragen; dann wurden auch die übrigen an derselben Stelle enthauptet. Ihre Leichen wurden ins Feuer geworfen. Felizitas, eine vornehme römische Frau, ließ sie halbverbrannt zusammen suchen und auf ihrem Landgut bestatten. (aus dem Deutschen Brevier übersetzt von Dr. Johann Schenk 1937)

Freitag, 11. September 2015

Die Fabel über Papst Honorius I.

In traditionellen Kreisen wird behauptet, daß Papst Honorius ein Häretiker war. Es wird behauptet: "Papst Honorius I. vertrat die irrige Auffassung, Christus habe nur einen Willen gehabt, nicht aber einen göttlichen und einen menschlichen Willen. Honorius wurde daher von mehreren Konzilien verurteilt" Dies ist eine Falschaussage. Diese Falschaussage, diese Papstfabel, wird dazu hergenommen um zu "beweisen", daß Päpste am laufenden Meter, immer und überall außer ex cathedra Häresien vertreten könnten, ohne ihr Amt zu verlieren. Ebenfalls wird Papst Liberius* dafür hergenommen, daß Päpste nur excathedra keine Häresien verkünden können, um aus der Kirche ausgeschlossen zu sein und damit ihr Amt verlieren. Beide Päpste haben keine Häresie vertreten im Gegensatz zu den heutigen Männern in Rom. Honorius überhaupt nicht und Liberius hat nur unter Todesandrohung mal einen Wisch der Häretiker unterschrieben.
Selbstverständlich ist jeder, jeder einzelne, incl. der Papst ipso facto aus der Kirche ausgeschlossen und damit auch sein Amt los, wenn er Häresien vertritt. Also hartnäckig bereits verurteilte Irrtümer verbreitet. Die "Sonderlehre", daß das beim Papst nur so sei, wenn er dies auf dem Stuhl tut ist einfach nur absurd.

Papst Honorius hat weder diese Irrlehre vertreten, noch wurde er wegen Häresie verurteilt:



Das Pontifikat Honorius des Ersten zeigt uns einen für die Ausbreitung des Evangeliums (in Britannien, Gallien) für die Einigung und das Wohl der Kirche eifrigst besorgten Kirchenfürsten der bei dem Ausbau des Werkes, das sein Lehrer, der heil. Gregor der Große grundgelegt, von Seiten seiner Umgebung wie der Frömmsten seiner Zeitgenossen eines wohlverdienten Ansehens genießt und selbst durch seine Schwäche den Orientalen gegenüber, die für seine Ehre so nachtheilig werden sollte unser Mitgefühl erregt. Wäre je der Verdacht formell häretischer Gesinnung erhoben worden, so würde er durch das Leben und Wirken des Papstes hinreichend widerlegt. Was ihm zunächst zur Last fällt, ist der Mangel an Wachsamkeit gegen jenen hauptsächlich politischen Bedürfnissen der Byzantiner entsprungenen falschen Unionsversnch zwischen der Kirche und den Jakobiten oder Monophysiten an welche sich Reste der apollinaristischen Häresie angeschlossen hatten. Das dem Kaiser Heraclius so erwünschte Auskunftsmittel, welches die Lehre von dem Einen Willen und Einer gottmenschlichen Thätigkeit in Christus zu bieten schien; dieser Vermittlungsversuch, von dem man sich goldene Berge versprach, wurde von dem verschlagenen Patriarchen Sergius an den friedliebenden, dem Kaiser ergebenen Papst auf eine Weise gebracht, daß Täuschungen und Mißgriffe nur durch das höchste Maß von Vorsicht abgewendet werden konnten. Es schien ein Weg gefunden, die mächtige Partei der Monophysiten zur Kirche zurückzuführen; der Patriarch von Alexandrien Cyrus, in dessen Diöcese sie ihren Hauptsitz gefunden wollte bereits Wunderdinge ausgerichtet haben; die Katholiken welche erst Bedenken erhoben, dann sich offen gegen das Mittel als Häresie enthaltend erklärten, wurden als unruhige Menschen geschildert, die man zum Schweigen bringen müsse, und um dieses vom Papste zu erreichen, wird die Maßregel auf den ganzen neu entzündeten dogmatischen Streit, über Einen oder zwei Willen, Eine oder zwei Energien, in Christus ausgedehnt. Die katholische Lehre die Sophronius geltend machte, enthält wirklich in ihrer Formulirung Neues und so verfing die List: Honorins ging in die Falle, er pflichtete dem Sergius bei, daß man weder von Einer noch zwei Energien in Christus reden und unnütze Wortklaubereien den Philosophen und Grammatikern überlassen solle, weil er nicht genau genug untersucht hatte, die Monotheleten aber mißbrauchten seine Zustimmung, um die neue Irrlehre begünstigt, durch das den Katholiken auferlegte Schweigen zu verbreiten; die Kaiser, in der Irreleitung bestärkt, erlassen die Ekthesis und den Typus, welche die Verwirrung im Reiche steigern, statt sie zu mindern. Selbst als die Katholiken im Orient das Stillschweigen brachen,, das ihre Gegner mißbrauchten, beharrte der Papst Honorins dabei, den Streit durch äußeres Eingreifen niederzuhalten, statt sich ernstlich in dogmatische Entscheidung einzulassen. 

Donnerstag, 3. September 2015

Satis cognitum - Leo XIII. 29. Juni 1896 (über die Einheit der Kirche)

Deutsche Übersetzung Quelle: kathpedia
Latein orginal  ASS XXVIII [1895-96] 708-739


an alle Ehrwürdigen Brüder, die Patriarchen, Primaten, Erzbischöfe, Bischöfe
der katholischen Welt, die in Gnade und Gemeinschaft mit dem Apostolischen Stuhle stehen

Ehrwürdige Brüder, Gruß und Apostolischen Segen

Es ist Euch zur Genüge bekannt, dass der Wunsch, die Irrenden zu jener Herde zurückzuführen, welche der Gewalt Jesu Christi, des obersten Seelenhirten, untersteht, einen beträchtlichen Teil Unserer Gedanken und Sorgen ausmacht. Mit diesem Anliegen beschäftigt, glaubten Wir, zur Verwirklichung dieses Heilswerkes einen wesentlichen Beitrag leisten zu können, indem Wir das Bild der Kirche in ihren Hauptzügen darstellen. Der erste und beachtenswerteste dieser Züge ist jedoch die Einheit, die der göttliche Gründer der Kirche als Merkmal der Wahrheit und unüberwindlichen Kraft ihr für alle Zeiten eingeprägt hat. Wer die Kirche betrachtet, muss von der ihr angeborenen Schönheit und Pracht mächtig beeindruckt werden; und es ist wohl anzunehmen, dass bei Betrachtung der Kirche die Unwissenheit schwindet und diesbezügliche falsche Ansichten und Vorurteile überwunden werden. Ja, es kann sich sogar im Herzen der Menschen eine Liebe zur Kirche entzünden, ähnlich jener Liebe, mit der Jesus Christus sie um den Preis seines göttlichen Blutes erkauft und sich zur Braut auserkoren hat. Denn Christus hat die Kirche geliebt und sich selbst für sie dahingegeben (1).

Wer die Kirche bisher nicht recht erkannt oder aus eigener Schuld verlassen hat, muss die Rückkehr zur liebenden Mutter zwar nicht wie Christus mit dem eigenen Blut, aber doch mit einiger, wenn auch geringerer Mühe und Beschwerde bezahlen. Dabei wird es jedermann einleuchten, dass dieses Opfer dem Menschen nicht von Menschen, sondern durch Gottes Befehl und Anordnung auferlegt wurde. Aus eben diesem Grunde wird man auch mit Hilfe der göttlichen Gnade leicht an sich selber erfahren und einsehen, wie wahr Gottes Wort ist: Mein Joch ist sanft und meine Bürde ist leicht (2). Deshalb setzen Wir Unsere feste Hoffnung auf den Vater des Lichtes, von dem jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk herabkommt (3), und inständig bitten Wir ihn, der allein das Wachstum gibt (4), er möge Uns gnädig die Kraft der Überzeugung verleihen.

708
EPISTOLA ENCYCLICA Sanctissimi Domini nostri Leonis divina providentia Papae XIII
ad Patriarchas Primates Archiepiscopos Episcopos aliosque locorum ordinarios
De unitate Ecclesiae.
Satis cognitum vobis est, cogitationum et curarum Nostrarum
partem non exiguam illuc esse conversam, ut ad ovile in
potestate positum summi pastoris animarum Iesu Christi revocare
devios conemur. Intento hac in re animo, non parum conducere
salutari consilio propositoque arbitrati sumus, Ecclesiae
effigiem ac velut lineamenta describi: in quibus praecipua consideratione
dignissima unitas est, quam in ea, velut insigne
veritatis invictaeque virtutis, divinus auctor ad perpetuitatem
impressit. Multum in intuentium animis nativa Ecclesiae pulchritudo
speciesque posse debet: neque abest a veri similitudine,
tolli eius contemplatione posse inscientiam; sanari opiniones
falsas praeiudicatasque, maxime apud eos qui non sua ipsorum
culpa in errore versentur: quin imo excitari etiam in hominibus
posse Ecclesiae amorem utique similem caritati, qua Iesus
Christus eam sibi sponsam, divino cruore redemptam, opta vit:
Christus dilexit Ecclesiam, et se ipsum tradidit pro ea (1). Reversuris
ad amantissimam parentem, aut non probe cognitam
adhuc, aut iniuria desertam, si reditum stare oporteat non sanguine
quidem, quo tamen pretio est Iesu Christo quaesita, sed
labore aliquo molestiaque multo ad perpetiendum leviore, saltem
perspicuum erit non voluntate humana id onus homini, sed
iussu nutuque divino impositum, ob eamque rem, opitulante
gratia caelesti, facile veritatem experiendo intelligent divinae eius
sententiae: Iugum enim meum suave est, et onus meum leve (2).
Quamobrem spe maxima in Patre luminum reposita, unde omne
datum optimum et omne donum perfectum descendit (3), ab eo
scilicet, qui incrementum dat (4) unus, enixe petimus, ut Nobis
vim persuadendi impertire benigne velit.
(1) Ephes. V, 25.
(2) Matth. XI, 30.
(3) Ep. lac. I, 17.
(4) I. Corinto. III, 6.
 

Donnerstag, 27. August 2015

Enzyklika »Mirari vos«

quelle: http://www.domus-ecclesiae.de/magisterium/mirari-vos.teutonice.html

Papst Gregor XVI.:

Enzyklika »Mirari vos«

vom 15. August 1832 über Äußerungen zu den Verwirrungen in Kirche und Staat

An alle Patriarchen, Primaten, Erzbischöfe und Bischöfe des katholischen Erdkreises.
Ehrwürdige Brüder! Heilsgruß und Apostolischen Segen!
Ihr fragt euch verwundert, wie Wir vermuten, weshalb Wir, nachdem Unserer Wenigkeit das Amt auferlegt ward, die gesamte Kirche zu leiten, bis jetzt noch nicht Unser Schreiben an euch gerichtet haben, gemäß dem seit frühesten Zeiten eingeführten Brauch und wie es Unser Wohlwollen gegen euch gefordert hätte. Auch in Uns bestand der Wunsch, Euch Unser Herz zu öffnen, und in Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist die Worte Desjenigen an Euch zu richten, durch Den Wir einst in der Person des heiligen Petrus aufgefordert wurden, die Brüder zu stärken1.
Ihr seid in ausreichender Weise über den Sturm der Übel und Kümmernisse unterrichtet, der Uns gleich in den ersten Augenblicken, nach Übernahme Unseres Hirtenamtes, auf derart wild schäumende und hochbewegte Meereswogen geworfen hat. Durch böswilligste Verschwörungen der Gottlosen wären Wir dem Untergang nahe gewesen, wenn Gottes Hand Uns nicht kraftvoll gerettet hätte. Es steht gegen den Sinn des Herzens, die vielen, überaus traurigen Schläge aufzuzählen, um den alten Schmerz nicht neu aufwühlen zu lassen. In liebevoller Weise danken wir deshalb dem Vater allen Trostes, Der allen, gegen Uns gerichteten Stürmen Einhalt gebot und Uns aus der gegenwärtigen Gefahr befreite. Nachdem Er den so heftigen Sturm beruhigt hatte, ließ Er Uns wieder frei von Furcht aufatmen. Sogleich haben Wir Uns vorgenommen, mit Euch gemeinsam zu beraten, wie die Übel Israels geheilt werden könnten. Verzögert wurde die Ausführung Unseres Willens durch eine ungeheure Last von Sorgen, die Uns in der Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung bedrückte.

Montag, 17. August 2015

Ubi Primum, Antrittsenzyklika des Papstes Leo XII. J. 1824

Papst Leo XII. Jahr 1824 Ubi Primum, Antrittsenzyklika 

Den ehrwürdigen Brüdern, Patriarchen, Primaten, Erzbischöfen und Bischöfen, Gruß und apostolischen Segen. 
Sobald Wir auf den Gipfel des erhabensten Hohenprieserthums erhoben worden waren, begannen Wir sogleich mit dem heil. Leo dem Großen auszurufen: Herr ich vemahm deine Stimme und erschrak; ich betrachtete deine Werke und erbebte. Denn was ist schrecklicher als Arbeit dem Gebrechlichen, Glanz dem Demüthigem, Würde dem Unwürdigen? Und doch verzagen Wir nicht, denn Wir pochen nicht auf Uns, sondern verlassen uns auf den, der in Uns wirksam ist. So sprach jener, nie genug zu preisende Papst aus Herzensdemut, solches bekennen wir in Wahrheit. Denn es war Unser Wunsch, recht bald Unsere Rede an Euch, ehrwürdige Brüder, zu richten und Euch die Gesinnungen Unseres Herzens zu eröffnen. Euch, die Ihr Unsere, und gewiß auch (wir leben der Zuversicht) der Euch anvertrauten Heerden, Krone und Freude seid. Aber leider konnten Wir Theils mit den wichtigsten Sorgen Unseres apostolischen Amtes beschäfftigt, Theils mit langwieriger Unpäßlichkeit kämpfend, Unsern Wunsch bisher nicht in Erfüllung bringen. Doch Gott ist reich an Erbarmung, der denen, die ihn zuversichtlich bitten, die Fülle seiner Gaben mittheilt und der Uns jetzt das Vollbringen schenkt, wie er Uns das Wollen bescheert hat. Indeß war Unser Schweigen bisher nicht alles Trostes beraubt. Denn Gott der die Demüthigen tröstet, hat auch Uns durch Eure fromme Ergebenheit und Euern Eifer für Uns, in welchem Wir nur zu deutlich die Gottseligkeit christlicher Einheit erkennen, reichlich getröstet, so daß Wir noch freudiger Gott Dank zu sagen haben. Wir ließen daher zum Unterpfande Unserer Liebe dieses Schreiben an Euch ergehen, um Euch noch mehr zu spornen auf dem Wege der göttlichen Gebote zu laufen und die Kämpfe für den Herrn tapfer zu bestehen, dann wird der wachsame Hirt Ursache haben über den Fortschritt der Heerde des Herrn zu frohlocken.